PresseInfo Nr. 3/2006

FKM-Jahres-Pressegespräch

  • Besucherstruktur-Analysen für 177 Messen
  • Mehr Messetransparenz in Osteuropa
  • Messedaten werden Gegenstand des internationalen Wett-bewerbs
  • Vorsitzender von Zitzewitz: FKM will Positionierung des Mediums Messe stärker unterstützen

Frankfurt, den 9. Mai 2006 – Messestatistiken werden immer mehr Teil des Wettbewerbs in der Messewirtschaft, auf nationaler wie auf internationaler Ebene. Die deutschen Messeveranstalter setzen deshalb verstärkt auf Daten zur Besucherqualität. Im letzten Jahr haben sie für 177 Messen standardisierte und geprüfte Besucheranalysen durchgeführt. Gemessen an der Gesamtzahl der FKM-geprüften Messen sind das so viele wie nie zuvor. Das betonte Michael von Zitzewitz, Vorsitzender der Gesellschaft zur Freiwilligen Kontrolle von Messe- und Ausstellungszahlen (FKM) im Jahres-Pressegespräch der FKM am 9. Mai 2006 in Frankfurt.

Im Jahr 2005 wurden 252 Messen und Ausstellungen in Deutschland durch die Wirtschaftsprüfer von Ernst & Young im Auftrag der FKM geprüft. Das waren rund 5 % weniger als ein Jahr zuvor. Bei einer Reihe von Gesellschaftern haben Bereinigungen im Programm stattgefunden. Dazu kommt, dass 2005 turnusbedingt weniger internationale Messen stattgefunden haben als im Vorjahr.

Außerdem sind einige Veranstalter ausgeschieden, die im Segment regionale Veranstaltungen tätig sind. In diesem Bereich waren, so von Zitzewitz, die wirtschaftlichen Probleme der Messewirtschaft in den letzten Jahren häufiger und stärker zu spüren als bei den international tätigen Veranstaltern. Einige Veranstalter hätten deshalb ihren Geschäftsbetrieb eingestellt. Die FKM hat gegenwärtig 67 Gesellschafter.

Für das Jahr 2006 rechnet die FKM jedoch wieder mit rund 270 geprüften Veranstaltungen, rund 7 % mehr als im letzten Jahr. Eine Reihe von Gesellschaftern haben sich entschlossen, ihre neu gegründeten Messen sehr frühzeitig zur Prüfung anzumel-den. Der FKM-Vorsitzende: „Das zeigt, dass die FKM funktioniert und dass Prüfungen nicht als lästige Pflicht empfunden werden, denen man sich möglichst lange entzieht.“ Klare Media-Daten für den Kunden sollten in der Tat selbstverständlich sein. Denn der Hauptkonkurrent einer Messe sei oft gar nicht die Messe des Wettbewerbers, sondern ein anderes Marketing-Instrument.

Durch die Besucherstruktur-Analysen erhalte die Wirtschaft umfangreiches, verlässliches und vergleichbares Datenmaterial für ihre Messeplanung. Die wenigsten Aussteller wollten alle Besucher einer Messe ansprechen. Deshalb benötigten sie dringend Fakten über die Branche des Besuchers, über die regionale Herkunft und über seine Kompetenz.

Die Aussteller seien in den letzten Jahren deutlich kritischer geworden, so der FKM-Vorsitzende. Sie verglichen, was vor der Messe im Werbeprospekt stehe und nach der Messe in der Besucheranalyse. Wer hier als Veranstalter allzu große Differenzen erkennen lasse, habe ein Problem.

Die FKM-geprüften Messen repräsentieren ein ganz erhebliches Marktvolumen: Auf den 252 Veranstaltungen in Deutschland wurden im letzten Jahr fast 190.000 Aussteller und nahezu14 Mio. Besucher gezählt.

Darüber hinaus hat die FKM 25 Auslandsmessen geprüft. Sie hat drei ausländische Gastmitglieder: die Messe Verona, das Hong Kong Trade Development Council und die Messegesell-schaft MVK aus Moskau, die allein 13 Messen prüfen lässt.

Besseres Messedatenangebot in Osteuropa

Die FKM hat enge Beziehungen zu anderen europäischen Prüforganisationen von Messezahlen. Zusammen mit 10 Partnern gibt sie jährlich die Euro Fair Statistics heraus. Sie umfasst die Zahlen von 1.400 geprüften Messen aus 18 Ländern. Diese Veranstaltungen repräsentieren ein Volumen von 512.000 Ausstel-lern und 50 Mio. Besuchern.

Stark gewachsen ist, so von Zitzewitz, die Zahl der geprüften Messen in Mittel- und Osteuropa. Die dortige Prüforganisation Centrex arbeite inzwischen in sechs Ländern. Sogar in Kiew würden über 30 Messen geprüft, in einer Region, in der vor einigen Jahren noch dichter Nebel über der Messelandschaft gelegen habe. In Russland habe Anfang 2005 eine neue Prüforganisation des russischen Messeverbandes ihre Arbeit aufgenommen; sie habe bereits über 40 Messen geprüft.

Messezahlen weltweit schwer vergleichbar

Im weltweiten Vergleich von Messestatistiken gebe es vor allem bei Zahlen aus den USA und Großbritannien Probleme, wie der FKM-Vorsitzende betonte. Vielfach werde dort eine Zahl verwendet, die in Deutschland fast unbekannt sei, nämlich die „attendance“, also die Summe aller Beteiligten wie Besucher, Aussteller-Personal und Kongressteilnehmer. Die Vergleichbarkeit mit Zahlen anderer Länder sei dadurch stark eingeschränkt. Denn bei großen Messen umfasse allein das Ausstellerpersonal mehrere tausend Personen. In manchen Statistiken tauchten solche Zahlen aber unter der Kategorie Besucher auf. Hier würden Aussteller – beabsichtigt oder nicht – in die Irre geführt.

Der FKM-Vorsitzende: „Gerade aus diesem Grund ist es für uns wichtig, dass im Rahmen der UFI, des Weltverbandes der Messen, einheitliche Definitionen solcher Begriffe festgelegt werden. Wir sind hier auf einem guten Weg, die FKM ist dabei stark engagiert. Ebenso sind wir bei den Verhandlungen der ISO – der Internationalen Organisation für Standardisierung – über eine weltweite Standardisierung der Messebegriffe vertreten“. Vor rund eineinhalb Jahren habe das Normungsinstitut von Singapur einen entsprechenden Antrag gestellt. Im Jahr 2005 hätten zwei Verhandlungsrunden stattgefunden. Hier habe es durchaus substantielle Fortschritte gegeben, ein Ende der Verhandlungen sei aber noch nicht absehbar.

Von Zitzewitz: „Nach unserer Auffassung würde es völlig ausreichen, wenn sich die UFI mit diesem Thema beschäftigen würde, aber weil das ISO-Verfahren nicht aufzuhalten ist, wollen wir dort aktiv unsere Interessen vertreten“. Weltweit hätten Veranstalter bisher eher national gedacht und unterschiedliche Standards bei Messedaten eher als nebensächlich angesehen. Die ausstellenden Unternehmen operierten aber schon lange global, wüssten aber oft nicht, wie sie Messedaten aus den verschiedensten Weltregionen einschätzen und vergleichen sollen. Das nützt aber der Akzeptanz des Mediums Messe nicht. Auch deshalb sei es wichtig, dass sich die Veranstalter weltweit im Interesse ihrer Kunden aufeinander zu bewegen.

Positionierung des Mediums Messe stärker unterstützen

Die FKM will sich künftig gemeinsam mit dem AUMA_Ausstellungs- und Messe-Ausschuss der Deutschen Wirtschaft mehr für die Positionierung des Mediums Messe einsetzen. Messen sind, so der FKM-Vorsitzende, unverändert ein exzellentes Kommunikations- und auch Vertriebs-Instrument. Immerhin würden in Deutschland fast 40 % der Marketing-Budgets im Business-to-Business-Bereich für Messen ausgegeben. Die FKM-Gesellschafter wollten deshalb für höchstmögliche Transparenz bei der Bereitstellung von Datenmaterial stehen. Sie verstünden sich als langfristige Partner der Aussteller, die deren Entscheidungen unterstützen wollen, und damit als Qualitätsgemeinschaft.

Pressekontakt: Harald Kötter, Telefon: 030/24000140 Telefax: 030/24000340, info@fkm.de